Eine kurze Geschichte der Pekingente

Peking-Ente ist ein kultiges Peking-Gericht, das aus dünnen Stücken zartem, geröstetem Entenfleisch und knuspriger Haut, eingewickelt in einen dünnen Crêpe, zusammen mit geschnittenen Frühlingszwiebeln, Gurken und Hoisinsauce oder süßer Bohnensauce besteht. Lesen Sie weiter, um mehr über die lange Geschichte dieses jahrhundertealten kaiserlichen Gerichts zu erfahren.

Der Nachweis der Zubereitung von gebratener Ente in China reicht bis in die südlichen und nördlichen Dynastien (420-589) zurück. Erst in der Yuan-Dynastie (1271-1368) wurde die Verbindung des Gerichts mit dem kaiserlichen Hof erstmals in Form eines Kochbuchs von 1330 von einem königlichen Ernährungsarzt namens Hu Sihui aufgezeichnet. Hus Rezept sah eine ziemlich aufwändige Zubereitung vor, bei der die Ente im Magen eines Schafs geröstet wurde.

Obwohl Peking-Ente nach Peking benannt ist („Peking“ ist eine ältere Schreibweise), stammt sie interessanterweise aus der ehemaligen chinesischen Hauptstadt Nanjing, die in der östlichen Provinz Jiangsu liegt. In der Ming-Dynastie zog der kaiserliche Hof nach Peking und brachte gebratene Enten mit. Bis dahin war Pekingente ein fester Bestandteil der kaiserlichen Speisekarten. In der Qing-Dynastie verbreitete sich die Peking-Ente zum Adel, wo das Gericht in den Schriften von Gelehrten und Dichtern viel gelobt wurde.

Noch heute behält die Pekingente aufgrund ihrer spezifischen und langwierigen Vorbereitung ihre majestätischen Konnotationen. Zunächst werden Enten mit weißen Federn 45 Tage lang in einer Umgebung aus Freilandhaltung gezüchtet und anschließend 15 bis 20 Tage lang zwangsernährt. Nach dem Schlachten, Zupfen, Ausnehmen, Waschen und Kochen wird Luft unter die Haut gepumpt, so dass sie sich vom Fett trennt. Als nächstes wird die Ente zum Trocknen aufgehängt und mit Maltosesirup überzogen, um die Haut besonders knusprig zu machen.

Es wird dann auf zwei Arten geröstet: die traditionelle geschlossene Ofenmethode oder die in den 1860er Jahren entwickelte Hängeofenmethode. Die beiden bekanntesten Entenrestaurants in Peking repräsentieren die beiden unterschiedlichen Rösttraditionen - welches überlegen ist, ist umstritten. Das renommierte Restaurant Bianyifang, das im 15. Jahrhundert eröffnet wurde, verwendet die Methode des geschlossenen Ofens, bei der die Ente durch die von den Ofenwänden ausgehende Wärme gekocht wird. Währenddessen verwendet das Restaurant Quanjude die von seinem Gründer Yang Quanren erfundene Hängeofentechnik. Bei dieser Methode wird die Ente an einem an der Decke befestigten Haken aufgehängt und über brennendem Holz geröstet.

Neben ihrem reichen Erbe hat die Pekingente im 20. und 21. Jahrhundert eine herausragende Rolle in den internationalen Beziehungen Chinas gespielt. Politische Führer und Diplomaten wie Henry Kissinger, Richard Nixon und Fidel Castro wurden alle mit diesem berühmten chinesischen Gericht ausgezeichnet.

 

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